Entstehung und Entwicklung der Stiftung

Wenige Jahre nach der zweiten Türkenbelagerung Wiens widmete im Jahre 1690 Fürst Gundacker von Dietrichstein, ein österreichischer Edelmann, einen beträchtlichen Teil seines Vermögens letztwillig, sofern seine Familie aussterben würde, zur Errichtung einer Versorgungsanstalt (halb Altersheim, halb Spital) um invalide oder altersbedingt untaugliche Offiziere zu versorgen bzw. ihren Unterhalt sicher zu stellen. 

Österreich stand in dieser Zeit in einem permanenten Abwehrkampf gegen die übermächtigen türkischen Heere. Der Bedarf und Verluste an Offizieren war daher sehr hoch, ihre medizinische Versorgung bzw. ihr Altersunterhalt war inexistent. 

Dieses gemeinnützig – patriotische Vorhaben wurde erst im Jahre 1858 beim Aussterben der Familie Dietrichstein unter wesentlich veränderten Verhältnissen – es gab bereits ein entwickeltes Spitals- und Versorgungswesen – in anderer Form umgesetzt. 

Stiftungszweck war nun die Unterstützung kriegsuntauglicher Offiziere und anderer Personen, die sich um Staat, Kirche, Wissenschaft und das allgemeine Wohl verdient gemacht haben. Während der NS-Zeit (1938-1945) wurden die Bezeichnung der Stiftung, der Stiftungszweck und die Stiftungsverwaltung von den damaligen Behörden abgeändert.

Im Jahre 1977 erfolgte eine neuerliche Anpassung des Stiftungszwecks an die veränderten Zeitverhältnisse.

Im Jahre 1987 wurde vom Kuratorium die Stipendienvergabe als Stiftungszweck vorgeschlagen und von den Behörden bewilligt. Seitdem ist die Stipendienvergabe als Stiftungszweck im Vordergrund.